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16.09.2016
Arlinda Morina
17.04.2017

Deutscher Investor: Kosovo hat intelligente und fleißige junge Menschen mit viel Potential

“Ja. Das kann ich”, sind die ersten Worte des deutschen Call-Center-Direktors IQ to Link, der mit Begeisterung über die Ansätze seiner Firma in Kosovo mit uns spricht.

Während er sich den Beginn der Gründung seines Unternehmens in Kosovo in Erinnerung ruft, erzählt uns Jens Reichenbach über seine Erfahrung in diesem Land sowie über seine Sachkenntnisse aus 17 Jahren Mitarbeit beim Versandserviceunternehmen DHL in Deutschland, wo er für die Tätigkeit der Call-Center in Deutschland, den USA, Indien und anderen Länder zuständig gewesen ist.

Kosovo kannte er durch einen Freund, der ihn ermutigt hatte im neuen Land zu investieren. Beim Beginn der Arbeitsvorbereitung, nach mehreren Besuchen in Kosovo, ist er auf das Potential der jungen Menschen in Kosovo aufmerksam geworden. Die hohe Intelligenz, die sehr guten Sprachkenntnisse der deutschsprachigen Kosovaren, der Wille und der Arbeitseifer waren einige Gründe, die ihn überzeugten, ein Call Center der Deutschen Post in Kosovo zu eröffnen.

“Die Menschen sind sehr nett. Menschen, die ich getroffen habe, sind arbeitshungrig und wollen viel erreichen. Sie haben Talent und sind willig zu lernen”, sagt Reichenbach.

Die Herausforderungen, die er überwinden musste, waren technischer Natur. Eine davon war es, ein für die Arbeit passendes Gebäude zu finden sowie die zu leistenden hohen Mietskosten in Kosovo.

Trotzdem schaffte er es, dank Unterstützung der lokalen Behörden, 2015 die Tätigkeit mit seinem Unternehmen aufzunehmen, in dem er am Anfang 150 Mitarbeiter anstellte.

Von Bekannten hatte er zu hören bekommen, in Kosovo müsse er andere Regeln anwenden als in Deutschland. Durch Einsatz seiner Geschäftsführungsstrategie ist es ihm jedoch gelungen, ein gemütliches und kommunikatives Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter zu schaffen.

Dies macht sich durch die Einstellung und das Freundschaftsverhältnis gegenüber seinen Mitarbeitern bemerkbar. Sie essen oft zusammen zu Mittag und besprechen dabei Schwierigkeiten, Leistung, zu erreichenden Ziele oder suchen nach Möglichkeiten, das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Über die jungen Kosovaren spricht der Unternehmensdirektor nur mit Bewunderung und betont dabei: “Der Grund, warum ich Erfolg in Kosovo erzielte, war lediglich das Ergebnis der Leistung der Mitarbeiter”. Sie seien intelligent und verstünden die Arbeit sehr schnell. “Die Mehrheit von ihnen haben ein Grundstudium abgeschlossen. In Deutschland wird diese Arbeit oft von jemanden mit einem niedrigeren Bildungsniveau geleistet”, so Reichenbach. Deswegen sei die Arbeitsqualität deutlich besser. Als eine weitere Qualität, die Reichenbach hervorheben möchte, “ist die fast akzentfreie deutsche Aussprache der Kosovaren”.

 “Ich liebe meine Arbeit”

Tranda Gjonbalaj, eine aus Montenegro stammende und in Deutschland aufgewachsene junge Frau, erzählt wie gern sie in diesem Unternehmen arbeitet. Aus privaten Gründen ist sie aus Deutschland zurückgekehrt und kam nach Kosovo, um hier eine neue Arbeit aufzunehmen und ein neues Leben anzufangen.

“Ich spreche sehr gut Albanisch. Mir gefällt es aber besonders gut, dass wir hier alle Deutsch sprechen und jeden Tag neue Wörter dazu lernen”, so Gjonbalaj, die als Accountmanagerin tätig ist.

Zwar lebt sie hier ohne ihre Familie, fremd fühlt sie sich jedoch nicht. Im Gegenteil: Sie hat sich mit ihren Kollegen sehr gut angefreundet und auch zu ihren Vorgesetzten habe sie ein kollegiales Verhältnis. Für sie und ihre Kollegen ist der Arbeitsplatz wie ein zweites Zuhause geworden. Diesen Verdienst misst sie Jens Reichenbach bei, der keine gesonderte Hierarchie in der Firma eingeführt habe und sehr kooperativ sei.

“Er interessiert sich stets für das Personal, diskutiert, schenkt auch Problemen oder Herausforderungen seiner Mitarbeiter Beachtung und versucht, immer die richtige Lösung zu finden”, erzählt Gjonbalaj.

Unterdessen erzählt auch Albulena Gashi, eine der ersten Mitarbeiterinnen im Unternehmen, dass sie ihre Arbeit liebt.

“Ich komme jeden Tag mit viel Freude zur Arbeit. Anerkennung, Ordnung und Fortbildungen sind nur einige Merkmale unserer Firma, die ich schätze, und ich fühle mich sehr wohl, ein Teil des Unternehmens zu sein.“

Ferner erzählt sie von weiteren guten Möglichkeiten der Berufsfortbildung, die das Unternehmen anbiete. Die Motivation durch Boni oder Leistungsprämien, Beförderung auf Grundlage der geleisteten Arbeit oder Weiterentwicklung der Fähigkeiten machen dieses Unternehmen so besonders.

200 neue Arbeitsplätze bis 2017

Neben dem Hauptsitz in Pristina, hat IQ-to-Link neue Büros in Prizren eröffnet. Dort sind derzeit rund 45 Mitarbeiter beschäftigt. Die Erweiterung der Geschäftstätigkeit in anderen Städten wie Prizren ist das Resultat des Bedarfs von Beschäftigung für junge Menschen kosovoweit, des Engagements der Geschäftsführung sowie wegen des erfolgreichen Anfangsvorhabens.

Dem Direktor zufolge hat IQ-to-Link anspruchsvolle Pläne für die Zukunft. “Bis 2017 wollen wir 400-500 neue Arbeitsplätze schaffen und hoffen, dass wir dieses Vorhaben erfolgreich umsetzen werden”, so Reichenbach.

IQ-to-Link bietet Dienstleistungen auch in weiteren Sprachen

Auch wenn das Unternehmen zahlreiche deutschsprachige Mitarbeiter beschäftigt hat, bietet es Dienstleistungen auch in anderen Sprachen wie Tschechisch, Polnisch, Niederländisch oder Flämisch an. Denn IQ-to-Link vertreibt Versanddienstleistungen auch in der Tschechischen Republik, in Polen, Bulgarien und in den Niederlanden.

Im Fall Kosovos hat diese deutsche Investition gezeigt, dass das Land über qualitative Arbeitskräfte verfügt, es Arbeitseifer gibt und dass durch vereinfachte Verwaltungsverfahren die Entwicklung von ausländischen Unternehmen im Land möglich ist.

Von einer Investitionsperspektive aus hat dieses Unternehmen sein Ziel erreicht.

Verfasser: Vjosa Spahiu, Vjosa Çerkini, Rona Sefedini, Elion Kollçaku

Übersetzt aus dem Albanischen

 

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